Nachhaltige Smart-Home-Geräte

Alexa vs. Google Home: Wer ist nachhaltiger?

Smart Speaker im Umweltvergleich – was Sie über Energieverbrauch, Materialeinsatz und Öko-Features wissen sollten.

Warum Nachhaltigkeit bei Sprachassistenten immer wichtiger wird

Immer mehr Haushalte in Deutschland setzen auf Sprachassistenten wie Amazon Alexa oder Google Home. Doch neben Komfort und Konnektivität rückt ein weiterer Aspekt in den Fokus: Nachhaltigkeit. In Zeiten steigender Strompreise und wachsender Umweltprobleme fragen sich viele: Welcher Sprachassistent belastet die Umwelt weniger?

Sie als Verbraucher haben heute mehr Macht denn je. Ihre Entscheidung für ein Smart-Home-System beeinflusst nicht nur Ihre Stromrechnung, sondern auch den ökologischen Fußabdruck Ihres Haushalts. In diesem Artikel erfahren Sie, welches System – Alexa oder Google Home – wirklich nachhaltiger ist, worauf es beim Vergleich ankommt und wie Sie den grünen Unterschied im Alltag selbst spüren.


Was macht einen Sprachassistenten nachhaltig?

Nachhaltigkeit bei Sprachassistenten umfasst weit mehr als nur den Stromverbrauch. Zu den wichtigsten Kriterien gehören:

  • Energieeffizienz im Standby- und Betriebsmodus
  • Verwendete Materialien (z. B. recycelte Kunststoffe)
  • Transparenz der Lieferkette
  • Lebensdauer und Reparierbarkeit
  • Software-Updates zur Verlängerung der Nutzungsdauer
  • Ökologische Smart-Home-Integration

Lassen Sie uns nun Amazon Alexa und Google Home in diesen Kategorien genauer betrachten.


Alexa: Nachhaltigkeitsstrategie von Amazon im Überblick

Amazon hat in den letzten Jahren gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltbilanz ergriffen. Die Echo-Geräte der 4. und 5. Generation bestehen mittlerweile zu 50 % aus recyceltem Kunststoff und bis zu 100 % aus recyceltem Aluminium (Laut Amazon-Produktdatenblatt 2024).

Energieverbrauch

Ein Echo Dot (5. Gen) verbraucht im Standby-Modus durchschnittlich 1,7 Watt, im aktiven Betrieb etwa 3,5 Watt – ein relativ niedriger Wert im Vergleich zu älteren Generationen.

Software und Lebensdauer

Alexa-Geräte erhalten regelmäßig automatische Software-Updates. Das verlängert die Nutzungsdauer, da ältere Geräte länger mit aktuellen Smart-Home-Systemen kompatibel bleiben.

Lieferkette und CO₂-Bilanz

Amazon hat sich verpflichtet, bis 2040 klimaneutral zu werden. Seit 2023 werden Echo-Geräte in CO₂-kompensierten Verpackungen geliefert. Allerdings ist die genaue Transparenz der Lieferkette bislang begrenzt.


Google Home: Googles Beitrag zur grüneren Technik

Auch Google verfolgt ehrgeizige Umweltziele. Laut eigener Angaben will das Unternehmen bis 2030 komplett CO₂-frei arbeiten – nicht nur klimaneutral, sondern emissionsfrei.

Materialeinsatz und Energie

Die neueste Google Nest Mini (2. Gen) besteht zu 35 % aus recyceltem Kunststoff – etwas weniger als beim Echo Dot. Dafür liegt der Energieverbrauch im Standby bei lediglich 1,5 Watt, was minimal effizienter ist als Alexa.

Integration in nachhaltige Systeme

Google Assistant arbeitet hervorragend mit Systemen wie Nest Thermostat oder Philips Hue zusammen, die sich für automatisiertes Energiesparen eignen. Die enge Verzahnung mit nachhaltigen IoT-Lösungen ist ein klarer Pluspunkt.

Softwarepflege und Langlebigkeit

Google versorgt seine Smart Speaker regelmäßig mit Sicherheits- und Funktionsupdates. Auch ältere Modelle wie der Google Home (1. Gen) sind weiterhin nutzbar, was Elektroschrott reduziert.


Vergleich: Alexa vs. Google Home – wer gewinnt beim Thema Nachhaltigkeit?

KriteriumAlexa (Amazon)Google Home (Nest)
Recycelte Materialien50–100 %ca. 35 %
Standby-Verbrauch1,7 Watt1,5 Watt
CO₂-ZielKlimaneutral bis 2040Emissionsfrei bis 2030
Transparente LieferketteMittelmäßigEtwas besser
Smart-Home-Öko-IntegrationGut (über Skills & Geräte)Sehr gut (bes. Nest-System)
Software-Updates & SupportSehr gutSehr gut

Fazit des Vergleichs

Google Home punktet beim Energieverbrauch und bei der Integration in nachhaltige Systeme. Alexa überzeugt hingegen mit höherem Anteil recycelter Materialien und etwas breiterer Gerätevielfalt.


So nutzen Sie Ihren Sprachassistenten nachhaltiger

Egal für welches System Sie sich entscheiden – mit diesen Tipps verbessern Sie Ihre Ökobilanz im Alltag:

1. Automatisieren Sie energiesparende Routinen

Beispiele:

  • Licht automatisch ausschalten, wenn niemand im Raum ist
  • Heizung regeln nach Sonnenstand oder Raumtemperatur
  • Geräte vollständig vom Strom trennen mithilfe smarter Steckdosen

2. Bevorzugen Sie Geräte mit Öko-Zertifizierung

Achten Sie auf Labels wie:

  • TCO Certified
  • Energy Star
  • Climate Pledge Friendly
    Diese garantieren Umweltfreundlichkeit in Herstellung und Betrieb.

3. Vermeiden Sie “Always On”-Dienste

Reduzieren Sie Dauerbelastungen:

  • Deaktivieren Sie Mikrofone bei Nichtgebrauch
  • Nutzen Sie Zeitpläne für WLAN-Steckdosen oder Nachtabschaltung


Welche Rolle spielt die Cloud bei der Nachhaltigkeit?

Ein oft unterschätzter Aspekt ist der Energieverbrauch der Rechenzentren hinter Alexa und Google Assistant. Beide Anbieter investieren massiv in erneuerbare Energien für ihre Cloud-Infrastruktur.

  • Google: Betreibt bereits heute viele Rechenzentren mit 100 % erneuerbarer Energie
  • Amazon: Plant, bis 2025 alle AWS-Zentren weltweit auf Ökostrom umzustellen

Diese Entwicklung ist entscheidend, da jede gesprochene Anfrage in der Cloud verarbeitet wird – je grüner die Server, desto umweltfreundlicher die Nutzung.


Schlussfolgerung: Alexa oder Google Home – was sollten Sie wählen?

Beide Systeme haben klare Stärken in puncto Nachhaltigkeit. Wenn Sie Wert auf geringe Energiekosten im Betrieb und CO₂-freie Cloud legen, ist Google Home die etwas grünere Wahl. Alexa überzeugt durch recycelte Materialien und eine breite Auswahl an kompatiblen Geräten mit Öko-Funktionalitäten.

Unser Tipp: Entscheiden Sie sich nicht nur nach Marke – achten Sie auf das ganze System. Kombinieren Sie Ihre Sprachassistenten mit energieeffizienten Geräten, Öko-Services und bewussten Routinen. So machen Sie aus Ihrem Smart Home ein echtes Green Home.